BMI (Body Mass Index) Rechner

    Berechnung des Body-Mass-Index zur Einschätzung des Körpergewichts

    📚 Quelle: WHO. Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894. 2000

    Wichtiger Hinweis – Kein Medizinprodukt

    • Diese Anwendung richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal (Ärzt:innen, Pflegekräfte, Medizinstudierende) und dient nur als Nachschlagewerk und Dokumentationshilfe.
    • Die App ersetzt keine ärztliche Beurteilung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Konsultieren Sie stets eine qualifizierte Ärztin / einen qualifizierten Arzt, bevor Sie medizinische Entscheidungen treffen.
    • Die Inhalte fassen publizierte Leitlinien zusammen und stellen keine eigenständige Handlungsvorgabe dar.
    • Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Die App ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet.
    • Dieses Produkt ist kein zugelassenes Medizinprodukt und darf nicht als Grundlage für klinische Entscheidungen verwendet werden.

    Über den BMI (Body Mass Index)

    Der BMI (Body Mass Index) ist ein validiertes klinisches Werkzeug in der Innere Medizin. Er dient zur berechnung des body-mass-index zur einschätzung des körpergewichts.

    Dieses Scoring-System unterstützt Ärzte, Medizinstudierende und Pflegekräfte bei der klinischen Entscheidungsfindung. Die Berechnung basiert auf etablierten medizinischen Leitlinien und wissenschaftlicher Evidenz. Quelle: WHO. Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894. 2000.

    Der Rechner liefert eine schnelle und zuverlässige Einschätzung direkt am Patientenbett. Wie bei allen klinischen Scores ersetzt das Ergebnis nicht das ärztliche Urteil, sondern ergänzt die individuelle Befunderhebung. Bei Unsicherheiten sollte stets fachärztlicher Rat eingeholt werden.

    Ausführliche Erklärung: BMI (Body Mass Index)

    Was ist der BMI?

    Der Body-Mass-Index (BMI) wurde im 19. Jahrhundert von Adolphe Quetelet entwickelt und ist das international am weitesten verbreitete Maß zur Klassifikation des Körpergewichts. Die WHO nutzt ihn seit 1995 als Standardinstrument. Die Berechnung ist einfach: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat (kg/m²). Der BMI dient als Screening-Tool für Unter-, Normal- und Übergewicht und korreliert auf Bevölkerungsebene mit dem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und bestimmte Krebserkrankungen.

    WHO-Klassifikation

    Untergewicht: BMI <18,5 – erhöhtes Risiko für Mangelernährung, Osteoporose, Infertilität. Normalgewicht: 18,5–24,9 – niedrigstes Gesundheitsrisiko. Übergewicht (Präadipositas): 25,0–29,9 – leicht erhöhtes Risiko. Adipositas Grad I: 30,0–34,9 – mäßig erhöhtes Risiko. Adipositas Grad II: 35,0–39,9 – deutlich erhöhtes Risiko. Adipositas Grad III (Adipositas permagna): ≥40,0 – sehr hohes Risiko, bariatrische Chirurgie zu erwägen. Für asiatische Populationen gelten niedrigere Schwellenwerte (Übergewicht ab BMI 23, Adipositas ab 25).

    Klinische Konsequenzen

    BMI 25–29,9: Lebensstilmodifikation (Ernährungsberatung, Bewegung). Screening auf Begleiterkrankungen (Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie). BMI 30–34,9: Strukturierte Gewichtsreduktion, GLP-1-Rezeptoragonisten bei Komorbiditäten erwägen. BMI 35–39,9 mit Komorbiditäten oder BMI ≥40: Bariatrische Chirurgie evaluieren (S3-Leitlinie Adipositas). Wichtig: Der BMI allein bestimmt nicht die Therapie – das metabolische Risikoprofil (Taillenumfang, HbA1c, Lipide, Blutdruck) ist entscheidend.

    Fallbeispiel

    Eine 48-jährige Patientin, 92 kg bei 1,65 m Körpergröße. BMI = 92 / 1,65² = 33,8 kg/m² → Adipositas Grad I. Zusätzlich: Taillenumfang 98 cm (abdominale Adipositas ab >88 cm bei Frauen), HbA1c 6,1% (Prädiabetes), LDL 155 mg/dL. Konsequenz: Strukturierte Ernährungsberatung, Bewegungsprogramm (150 min/Woche moderate Aktivität), Metformin bei Progression zu Diabetes erwägen, Statin-Indikation prüfen. Bei fehlendem Erfolg nach 6 Monaten: GLP-1-RA oder bariatrische Evaluation.

    Limitationen des BMI

    Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse – ein Kraftsportler mit BMI 29 kann metabolisch gesünder sein als ein inaktiver Patient mit BMI 24. Bei älteren Patienten (>70 Jahre) ist ein BMI 25–27 mit dem niedrigsten Mortalitätsrisiko assoziiert (Adipositas-Paradoxon). Der BMI erfasst nicht die Fettverteilung – abdominale (viszerale) Adipositas ist metabolisch gefährlicher als periphere. Ergänzende Messungen: Taillenumfang (>94 cm Männer, >88 cm Frauen = erhöhtes Risiko) und Waist-to-Hip-Ratio. Der BMI ist für Kinder nicht direkt anwendbar – hier gelten alters- und geschlechtsspezifische Perzentilen.

    Quellenangaben – BMI (Body Mass Index)

    Wissenschaftliche Originalquelle

    • WHO. Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894. Geneva: World Health Organization; 2000.

    Aktuelle Leitlinie

    Letzte fachliche Prüfung: August 2026 · Basierend auf offiziellen Leitlinien führender Fachgesellschaften

    Die hier dargestellten Inhalte basieren auf den oben genannten wissenschaftlichen Publikationen und Leitlinien. Sie dienen ausschließlich zu Informations- und Ausbildungszwecken und ersetzen keine ärztliche Beurteilung.

    Häufige Fragen zum BMI (Body Mass Index)

    Wofür wird der BMI (Body Mass Index) verwendet?

    Der BMI (Body Mass Index) wird klinisch für adipositas und körpergewicht verwendet. Er ist ein evidenzbasiertes Bewertungsinstrument, das Ärzten bei der Risikostratifizierung und Therapieentscheidung hilft.

    Wie interpretiert man den BMI (Body Mass Index)?

    Der Body-Mass-Index (BMI) ist das etablierte Maß zur Klassifikation des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße. Die Berechnung erfolgt als Gewicht (kg) geteilt durch Größe (m) im Quadrat. Nach WHO-Klassifikation gilt: BMI <18.5 als Untergewicht, 18.

    Welche Limitationen hat der BMI (Body Mass Index)?

    Der BMI (Body Mass Index) ist ein unterstützendes Werkzeug und ersetzt nicht die individuelle klinische Beurteilung. Die Validierung kann für bestimmte Patientengruppen eingeschränkt sein. Es sollten stets alle relevanten klinischen Informationen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Bei Unsicherheiten ist eine fachärztliche Konsultation empfohlen.

    Version 1.0Letzte Aktualisierung: Dezember 2025. Grundlage: WHO BMI Classification

    Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025
    Quellen: WHO. Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894. 2000
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