eGFR (CKD-EPI) Rechner

    Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate

    📚 Quelle: CKD-EPI Collaboration 2009

    Wichtiger Hinweis – Kein Medizinprodukt

    • Diese Anwendung richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal (Ärzt:innen, Pflegekräfte, Medizinstudierende) und dient nur als Nachschlagewerk und Dokumentationshilfe.
    • Die App ersetzt keine ärztliche Beurteilung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Konsultieren Sie stets eine qualifizierte Ärztin / einen qualifizierten Arzt, bevor Sie medizinische Entscheidungen treffen.
    • Die Inhalte fassen publizierte Leitlinien zusammen und stellen keine eigenständige Handlungsvorgabe dar.
    • Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Die App ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet.
    • Dieses Produkt ist kein zugelassenes Medizinprodukt und darf nicht als Grundlage für klinische Entscheidungen verwendet werden.

    Über den eGFR (CKD-EPI)

    Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) nach CKD-EPI ist der Standardparameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Sie ermöglicht das Staging der chronischen Nierenerkrankung und die Dosisanpassung von Medikamenten.

    Die CKD-EPI-Formel berücksichtigt Serumkreatinin, Alter und Geschlecht. Sie ist präziser als die ältere MDRD-Formel, besonders bei höheren GFR-Werten. Die Einheit ist ml/min/1,73m².

    Stadium G1 (eGFR ≥90) zeigt normale Funktion, G2 (60-89) leichte Einschränkung. G3a (45-59) und G3b (30-44) entsprechen moderater Einschränkung. G4 (15-29) ist eine schwere und G5 (<15) eine terminale Niereninsuffizienz mit Dialyseindikation. Ab G3 sollten nephrotoxische Substanzen vermieden werden.

    Ausführliche Erklärung: eGFR (CKD-EPI)

    Was ist die eGFR?

    Die eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate) ist die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate und der Goldstandard zur Beurteilung der Nierenfunktion im klinischen Alltag. Die aktuell empfohlene CKD-EPI-Formel (2021) berechnet die eGFR aus Serumkreatinin, Alter und Geschlecht – die Ethnie wird seit 2021 nicht mehr berücksichtigt. Die eGFR wird automatisch von den meisten Laboren berichtet und ist die Grundlage für das KDIGO-Staging chronischer Nierenerkrankungen sowie für Medikamentendosierungsempfehlungen.

    CKD-Stadien nach KDIGO

    G1: eGFR ≥90 ml/min/1,73m² – normale Nierenfunktion (CKD nur bei vorhandener Albuminurie oder struktureller Anomalie). G2: 60–89 – leicht eingeschränkt. G3a: 45–59 – leicht-mäßig eingeschränkt. G3b: 30–44 – mäßig-schwer eingeschränkt. G4: 15–29 – schwer eingeschränkt, Vorbereitung auf Nierenersatztherapie. G5: <15 – Nierenversagen, Dialyseindikation. Die eGFR allein reicht nicht – erst die Kombination mit Albuminurie (UACR) ergibt das vollständige CKD-Risikoprofil (KDIGO-Heatmap).

    Medikamentendosierung nach eGFR

    Viele Medikamente erfordern Dosisanpassungen: Metformin: Kontraindikation bei eGFR <30, reduzierte Dosis bei 30–44. DOAKs: Dosisreduktion je nach Substanz bei eGFR 15–49 (Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban). Dabigatran: Kontraindikation bei eGFR <30. SGLT2-Inhibitoren: Einschränkungen je nach Substanz bei eGFR <20–25. Aminoglykoside, Vancomycin: Spiegelkontrolle und Dosisintervall-Anpassung. Die Cockcroft-Gault-Formel wird für einige Medikamente (insbesondere DOAKs) weiterhin in den Fachinformationen referenziert.

    Fallbeispiel

    Ein 58-jähriger Diabetiker mit Hypertonie, Kreatinin 1,4 mg/dL. eGFR (CKD-EPI 2021): 52 ml/min/1,73m². UACR: 180 mg/g. KDIGO-Staging: G3a/A2 – mäßig erhöhtes Progressionsrisiko. Konsequenzen: Kontrolle alle 3–6 Monate, RAAS-Inhibitor optimieren, SGLT2-Inhibitor ergänzen (Dapagliflozin/Empagliflozin – nephroprotektive Wirkung belegt), Metformin-Dosis anpassen (maximal 1500 mg/Tag), nephrologisches Konsil bei eGFR-Abfall >5 ml/min/Jahr.

    Limitationen

    Die eGFR auf Kreatininbasis wird durch Muskelmasse beeinflusst: Bodybuilder haben falsch-niedrige, kachektische Patienten falsch-hohe eGFR-Werte. Bei akutem Nierenversagen ist die eGFR nicht anwendbar – hier gilt das Kreatinin im Verlauf. Medikamente wie Trimethoprim und Cimetidin hemmen die tubuläre Kreatininsekretion und senken die eGFR artifziell. Alternative: Cystatin-C-basierte eGFR bei unklaren Fällen. Die eGFR ist auf eine Körperoberfläche von 1,73 m² normiert – bei extremem BMI kann eine De-Indexierung sinnvoll sein.

    Quellenangaben – eGFR (CKD-EPI)

    Wissenschaftliche Originalquellen

    • Levey AS, Stevens LA, Schmid CH, et al. A new equation to estimate glomerular filtration rate. Ann Intern Med. 2009;150(9):604-612.

    • Inker LA, Eneanya ND, Coresh J, et al. New Creatinine- and Cystatin C-Based Equations to Estimate GFR without Race (CKD-EPI 2021). N Engl J Med. 2021;385(19):1737-1749.

    Aktuelle Leitlinie

    Letzte fachliche Prüfung: August 2026 · Basierend auf offiziellen Leitlinien führender Fachgesellschaften

    Die hier dargestellten Inhalte basieren auf den oben genannten wissenschaftlichen Publikationen und Leitlinien. Sie dienen ausschließlich zu Informations- und Ausbildungszwecken und ersetzen keine ärztliche Beurteilung.

    Häufige Fragen zum eGFR (CKD-EPI)

    Wofür wird der eGFR (CKD-EPI) verwendet?

    Der eGFR (CKD-EPI) wird klinisch für chronische nierenerkrankung verwendet. Er ist ein evidenzbasiertes Bewertungsinstrument, das Ärzten bei der Risikostratifizierung und Therapieentscheidung hilft.

    Wie interpretiert man den eGFR (CKD-EPI)?

    Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) nach CKD-EPI-Formel ist der Standard zur Beurteilung der Nierenfunktion und Stadieneinteilung chronischer Nierenerkrankungen. Die 2021 aktualisierte Formel berücksichtigt Kreatinin, Alter und Geschlecht. eGFR ≥90 ml/min/1,73m² entspricht normaler Nierenfunktion (Stadium G1), 60-89 leichter Einschränkung (G2), 45-59 leicht-mäßiger (G3a), 30-44 mäßig-schwerer (G3b), 15-29 schwerer (G4) und <15 Nierenversagen (G5). Die eGFR ist entscheidend für Medikamentendosierungen und sollte mit Albuminurie (UACR) kombiniert werden für vollständiges CKD-Staging.

    Welche Limitationen hat der eGFR (CKD-EPI)?

    Der eGFR (CKD-EPI) ist ein unterstützendes Werkzeug und ersetzt nicht die individuelle klinische Beurteilung. Die Validierung kann für bestimmte Patientengruppen eingeschränkt sein. Es sollten stets alle relevanten klinischen Informationen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Bei Unsicherheiten ist eine fachärztliche Konsultation empfohlen.

    Version 1.0Letzte Aktualisierung: Dezember 2025. Grundlage: KDIGO CKD Guidelines 2024

    Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025
    Quellen: CKD-EPI Collaboration 2009
    MedRechner App – medizinische Rechner für iPhone und Android

    MedRechner jetzt auch als App

    Kostenlos für iOS & Android verfügbar

    MedRechner App – medizinische Rechner für iPhoneMedRechner App – medizinische Rechner für Android