Wells-Score PE Rechner

    Wahrscheinlichkeit für Lungenembolie

    📚 Quelle: Wells PS, et al. Ann Intern Med. 2000;135(2):98-107

    Wichtiger Hinweis – Kein Medizinprodukt

    • Diese Anwendung richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal (Ärzt:innen, Pflegekräfte, Medizinstudierende) und dient nur als Nachschlagewerk und Dokumentationshilfe.
    • Die App ersetzt keine ärztliche Beurteilung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Konsultieren Sie stets eine qualifizierte Ärztin / einen qualifizierten Arzt, bevor Sie medizinische Entscheidungen treffen.
    • Die Inhalte fassen publizierte Leitlinien zusammen und stellen keine eigenständige Handlungsvorgabe dar.
    • Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Die App ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet.
    • Dieses Produkt ist kein zugelassenes Medizinprodukt und darf nicht als Grundlage für klinische Entscheidungen verwendet werden.

    Über den Wells-Score PE

    Der Wells-Score für Lungenembolie (PE) stratifiziert Patienten nach ihrer klinischen Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie. Er bestimmt den diagnostischen Algorithmus und vermeidet unnötige CT-Angiographien.

    Sieben Kriterien werden bewertet: klinische Zeichen einer TVT, PE wahrscheinlicher als Alternativdiagnose, Herzfrequenz >100/min, Immobilisation/OP, frühere TVT/PE, Hämoptyse und aktive Krebserkrankung. Punkte reichen von 0-12,5.

    Bei Wells-Score ≤4 (oder <2 bei Dichotomisierung) ist die PE unwahrscheinlich. Ein negatives D-Dimer schließt eine PE dann mit hoher Sicherheit aus. Bei Score >4 ist die PE wahrscheinlich, und eine CT-Angiographie sollte direkt erfolgen, unabhängig vom D-Dimer.

    Ausführliche Erklärung: Wells-Score PE

    Was ist der Wells-Score für Lungenembolie?

    Der Wells-Score für Lungenembolie (PE) wurde 1998 von Philip Wells et al. entwickelt und ist das am häufigsten verwendete klinische Instrument zur Einschätzung der Vortestwahrscheinlichkeit einer Lungenembolie. Er ermöglicht eine strukturierte Entscheidung, ob eine CT-Angiographie (CTPA) sofort indiziert ist oder ob zunächst ein D-Dimer-Test ausreicht. Die ESC-Leitlinie 2019 empfiehlt den Wells-Score (oder den Geneva-Score) als ersten Schritt im diagnostischen Algorithmus.

    Die sieben Kriterien

    Klinische Zeichen einer TVT (Beinschwellung, Druckschmerz): 3 Punkte. LE wahrscheinlicher als Alternativdiagnose: 3 Punkte. Herzfrequenz >100/min: 1,5 Punkte. Immobilisation ≥3 Tage oder OP in den letzten 4 Wochen: 1,5 Punkte. Frühere TVT oder LE: 1,5 Punkte. Hämoptysen: 1 Punkt. Aktive Krebserkrankung (Therapie in letzten 6 Monaten oder palliativ): 1 Punkt. Maximal 12,5 Punkte.

    Diagnostischer Algorithmus

    Vereinfachte Zweistufenversion: Score ≤4: LE unwahrscheinlich → D-Dimer bestimmen. Bei negativem D-Dimer: LE ausgeschlossen (NPV >99%). Bei positivem D-Dimer: CTPA. Score >4: LE wahrscheinlich → direkt CTPA, kein D-Dimer nötig. Bei Patienten mit niedrigem Wells-Score und klinisch sehr geringem Verdacht: PERC-Kriterien prüfen – wenn alle acht erfüllt, kann auf D-Dimer verzichtet werden.

    Klinisches Fallbeispiel

    Eine 42-jährige Patientin unter oraler Kontrazeption stellt sich mit plötzlicher Dyspnoe und Tachykardie (HF 108/min) vor. Keine Beinschwellung, keine Hämoptysen, keine Immobilisation. Anamnestisch keine TVT/LE, kein Malignom. LE als wahrscheinlichste Diagnose eingeschätzt. Wells-Score: HF >100 (1,5) + LE wahrscheinlicher als Alternative (3) = 4,5 Punkte. Einstufung: LE wahrscheinlich. Direkte CTPA ohne vorherigen D-Dimer-Test → Nachweis segmentaler Lungenembolien rechts. Antikoagulation eingeleitet.

    Limitationen und Alternativen

    Das Kriterium „LE wahrscheinlicher als Alternativdiagnose" ist subjektiv und von der klinischen Erfahrung abhängig – es hat mit 3 Punkten ein erhebliches Gewicht. Bei Schwangeren ist der Wells-Score nicht validiert (angepasste Algorithmen verwenden). Bei hospitalisierten Patienten sinkt die Diskriminierungsfähigkeit. Der revidierte Geneva-Score ist vollständig objektiv (kein klinisches Urteil), hat aber eine ähnliche diagnostische Genauigkeit. Altersadjustierte D-Dimer-Schwellenwerte (Alter × 10 µg/L ab 50 Jahren) verbessern die Spezifität bei älteren Patienten.

    Quellenangaben – Wells-Score PE

    Wissenschaftliche Originalquelle

    • Wells PS, Anderson DR, Rodger M, et al. Excluding pulmonary embolism at the bedside without diagnostic imaging. Ann Intern Med. 2001;135(2):98-107.

    Aktuelle Leitlinie

    Letzte fachliche Prüfung: August 2026 · Basierend auf offiziellen Leitlinien führender Fachgesellschaften

    Die hier dargestellten Inhalte basieren auf den oben genannten wissenschaftlichen Publikationen und Leitlinien. Sie dienen ausschließlich zu Informations- und Ausbildungszwecken und ersetzen keine ärztliche Beurteilung.

    Häufige Fragen zum Wells-Score PE

    Wofür wird der Wells-Score PE verwendet?

    Der Wells-Score PE wird klinisch für lungenembolie verwendet. Er ist ein evidenzbasiertes Bewertungsinstrument, das Ärzten bei der Risikostratifizierung und Therapieentscheidung hilft.

    Wie interpretiert man den Wells-Score PE?

    Der Wells-Score für Lungenembolie ermöglicht eine klinische Vortestwahrscheinlichkeits-Einschätzung bei Verdacht auf pulmonale Thromboembolie. Er bewertet sieben Kriterien: klinische Zeichen einer TVT, LE wahrscheinlicher als Alternativdiagnose, Herzfrequenz >100/min, Immobilisation/OP in den letzten 4 Wochen, frühere TVT/LE, Hämoptysen und aktive Krebserkrankung. Bei niedrigem Score (<2) und negativem D-Dimer kann eine LE weitgehend ausgeschlossen werden. Intermediäre (2-6) und hohe Scores (>6) erfordern Bildgebung (CT-Angiographie).

    Welche Limitationen hat der Wells-Score PE?

    Der Wells-Score PE ist ein unterstützendes Werkzeug und ersetzt nicht die individuelle klinische Beurteilung. Die Validierung kann für bestimmte Patientengruppen eingeschränkt sein. Es sollten stets alle relevanten klinischen Informationen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Bei Unsicherheiten ist eine fachärztliche Konsultation empfohlen.

    Version 1.0Letzte Aktualisierung: Dezember 2025. Grundlage: ESC Pulmonary Embolism Guidelines 2019

    Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025
    Quellen: Wells PS, et al. Ann Intern Med. 2000;135(2):98-107
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