Glasgow Coma Scale Rechner

    Bewusstseinslage nach Schädel-Hirn-Trauma

    📚 Quelle: Teasdale G, Jennett B. Lancet. 1974;2(7872):81-84

    Wichtiger Hinweis – Kein Medizinprodukt

    • Diese Anwendung richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal (Ärzt:innen, Pflegekräfte, Medizinstudierende) und dient nur als Nachschlagewerk und Dokumentationshilfe.
    • Die App ersetzt keine ärztliche Beurteilung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Konsultieren Sie stets eine qualifizierte Ärztin / einen qualifizierten Arzt, bevor Sie medizinische Entscheidungen treffen.
    • Die Inhalte fassen publizierte Leitlinien zusammen und stellen keine eigenständige Handlungsvorgabe dar.
    • Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Die App ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet.
    • Dieses Produkt ist kein zugelassenes Medizinprodukt und darf nicht als Grundlage für klinische Entscheidungen verwendet werden.

    Über den Glasgow Coma Scale

    Die Glasgow-Koma-Skala (GCS) ist der weltweit etablierte Standard zur Beurteilung der Bewusstseinslage. Sie wurde ursprünglich für Schädel-Hirn-Trauma entwickelt, findet aber breite Anwendung bei allen Bewusstseinsstörungen.

    Drei Bereiche werden unabhängig bewertet: Augenöffnung (1-4 Punkte), verbale Reaktion (1-5 Punkte) und motorische Reaktion (1-6 Punkte). Die Summe ergibt den GCS von 3-15.

    GCS 15 entspricht vollem Bewusstsein. GCS 13-14 zeigt eine leichte Bewusstseinstrübung. GCS 9-12 entspricht einer mittelschweren und GCS 3-8 einer schweren Bewusstseinsstörung mit Koma. Bei GCS ≤8 ist in der Regel eine Atemwegssicherung erforderlich. Der Score sollte stets mit den Einzelkomponenten dokumentiert werden (z.B. E4V5M6).

    Ausführliche Erklärung: Glasgow Coma Scale

    Was ist die Glasgow Coma Scale?

    Die Glasgow Coma Scale (GCS) wurde 1974 von Teasdale und Jennett an der University of Glasgow entwickelt und ist seither der internationale Standard zur objektiven Beurteilung der Bewusstseinslage. Sie wird in der Notaufnahme, im Rettungsdienst und auf Intensivstationen eingesetzt – bei Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Intoxikation, metabolischer Entgleisung und postoperativer Überwachung. Ihre Stärke liegt in der einfachen, reproduzierbaren Erhebung ohne technische Hilfsmittel.

    Die drei Komponenten

    Augenöffnung (E): Spontan (4), auf Aufforderung (3), auf Schmerzreiz (2), keine (1). Verbale Reaktion (V): Orientiert (5), verwirrt (4), inadäquate Worte (3), unverständliche Laute (2), keine (1). Motorische Reaktion (M): Befolgt Aufforderungen (6), gezielte Schmerzabwehr (5), ungezielte Abwehr (4), Beugesynergismen (3), Strecksynergismen (2), keine (1). Die motorische Komponente hat die höchste prognostische Aussagekraft und sollte immer einzeln dokumentiert werden.

    Klinische Entscheidungsschwellen

    GCS 15: Volles Bewusstsein. GCS 13–14: Leichtes SHT – CT-Indikation nach Canadian CT Head Rule prüfen. GCS 9–12: Mittelschweres SHT – stationäre Überwachung, CT obligat, neurochirurgisches Konsil. GCS ≤8: Schweres SHT – Atemwegssicherung (Intubation), intensivmedizinische Versorgung, CT und ggf. operative Intervention. Die Pupillenreaktion sollte immer ergänzend dokumentiert werden: Der GCS-P (GCS mit Pupillenreaktivität) verbessert die prognostische Genauigkeit.

    Fallbeispiel

    Ein 45-jähriger Motorradfahrer wird nach Sturz ohne Helm vom Rettungsdienst gebracht. Augen: Öffnung auf Schmerzreiz (E2). Verbal: Unverständliche Laute (V2). Motorik: Gezielte Schmerzabwehr (M5). GCS = 9 (E2V2M5). Klassifikation: Mittelschweres SHT. Maßnahmen: Atemwegssicherung vorbereiten (GCS-Abfall möglich), Notfall-CT des Schädels, neurochirurgisches Konsil, intensivmedizinische Überwachung mit stündlicher GCS-Kontrolle.

    Limitationen

    Bei intubierten Patienten entfällt die verbale Komponente – dokumentiert als E_V_TM_ oder mit dem Zusatz "T" (Tube). Gesichtsverletzungen und Schwellungen können die Augenöffnung verfälschen. Sedierung und Relaxation verfälschen alle drei Komponenten. Bei spinaler Verletzung ist die motorische Beurteilung der Extremitäten eingeschränkt. Der GCS erfasst keine Hirnstammreflexe – die FOUR-Score-Skala bietet hier eine differenziertere Alternative, hat sich aber noch nicht breit durchgesetzt.

    Quellenangaben – Glasgow Coma Scale

    Wissenschaftliche Originalquelle

    • Teasdale G, Jennett B. Assessment of coma and impaired consciousness: a practical scale. Lancet. 1974;2(7872):81-84.

    Letzte fachliche Prüfung: August 2026 · Basierend auf offiziellen Leitlinien führender Fachgesellschaften

    Die hier dargestellten Inhalte basieren auf den oben genannten wissenschaftlichen Publikationen und Leitlinien. Sie dienen ausschließlich zu Informations- und Ausbildungszwecken und ersetzen keine ärztliche Beurteilung.

    Häufige Fragen zum Glasgow Coma Scale

    Wofür wird der Glasgow Coma Scale verwendet?

    Der Glasgow Coma Scale wird klinisch für bewusstseinsstörung und schädel-hirn-trauma verwendet. Er ist ein evidenzbasiertes Bewertungsinstrument, das Ärzten bei der Risikostratifizierung und Therapieentscheidung hilft.

    Wie interpretiert man den Glasgow Coma Scale?

    Die Glasgow Coma Scale (GCS) ist der weltweit etablierte Standard zur Beurteilung der Bewusstseinslage. Sie bewertet drei Bereiche unabhängig voneinander: Augenöffnung (1-4 Punkte), verbale Reaktion (1-5 Punkte) und motorische Reaktion (1-6 Punkte). Der Gesamtscore reicht von 3-15. GCS 15 entspricht vollem Bewusstsein, 13-14 leichter, 9-12 mittelschwerer und 3-8 schwerer Bewusstseinsstörung.

    Welche Limitationen hat der Glasgow Coma Scale?

    Der Glasgow Coma Scale ist ein unterstützendes Werkzeug und ersetzt nicht die individuelle klinische Beurteilung. Die Validierung kann für bestimmte Patientengruppen eingeschränkt sein. Es sollten stets alle relevanten klinischen Informationen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Bei Unsicherheiten ist eine fachärztliche Konsultation empfohlen.

    Version 1.0Letzte Aktualisierung: Dezember 2025. Grundlage: Teasdale & Jennett 1974

    Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025
    Quellen: Teasdale G, Jennett B. Lancet. 1974;2(7872):81-84
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