Das Malnutrition Universal Screening Tool (MUST) wurde von der British Association for Parenteral and Enteral Nutrition (BAPEN) entwickelt, um Mangelernährung bei Erwachsenen in Klinik, Pflegeeinrichtung und ambulanter Versorgung zu erkennen. Es kombiniert drei Schritte: BMI, ungewollten Gewichtsverlust in den letzten 3–6 Monaten und den Effekt einer akuten Erkrankung mit fehlender Nahrungsaufnahme über mehr als fünf Tage. Die Summe ordnet das Risiko als gering (0), mittel (1) oder hoch (≥ 2) ein. Die ESPEN empfiehlt MUST für das Screening im ambulanten Bereich; im Krankenhaus wird häufig der NRS-2002 verwendet.
## Berechnung
BMI > 20 kg/m² 0, 18,5–20 kg/m² 1, < 18,5 kg/m² 2 Punkte; Gewichtsverlust < 5 % 0, 5–10 % 1, > 10 % 2 Punkte; akute Erkrankung mit > 5 Tagen ohne Nahrungsaufnahme 2 Punkte.
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## Interpretation
- **0 Punkte:** geringes Risiko - **1 Punkt:** mittleres Risiko - **≥ 2 Punkte:** hohes Risiko
## Limitationen
- Screening-, kein Diagnoseinstrument (Diagnose z. B. nach GLIM-Kriterien) - Ödeme, Aszites oder Amputationen verfälschen BMI und Gewicht - Für Kinder nicht validiert
## Häufige Fragen (FAQ)
**Was ist der Unterschied zwischen MUST und NRS-2002?** Beide screenen auf Mangelernährung. MUST ist für alle Versorgungsbereiche gedacht, der NRS-2002 wurde für Krankenhauspatientinnen und -patienten entwickelt und berücksichtigt zusätzlich Alter und Krankheitsschwere.
**Was tun, wenn kein Gewicht messbar ist?** Die BAPEN beschreibt Ersatzmessungen, z. B. den Oberarmumfang, sowie eine subjektive Einschätzung.
**Stellt MUST die Diagnose Mangelernährung?** Nein. MUST identifiziert ein Risiko. Die Diagnose erfolgt z. B. nach den GLIM-Kriterien.
*Quelle: Elia M. The MUST report. BAPEN; 2003*
