Das Critical-Care Pain Observation Tool (CPOT) ist ein validiertes Instrument zur Fremdeinschätzung von Schmerzen bei intensivmedizinischen Patientinnen und Patienten, die sich nicht selbst äußern können. Es eignet sich für intubierte und extubierte Personen. Bewertet werden Gesichtsausdruck, Körperbewegungen, Muskelspannung sowie die Beatmungstoleranz bzw. bei Extubierten die Vokalisation mit je 0–2 Punkten. Ein Wert über 2 Punkten ist mit relevanten Schmerzen vereinbar. Die deutsche S3-Leitlinie zu Analgesie, Sedierung und Delirmanagement (DAS) nennt CPOT und BPS als geeignete Verfahren.
## Berechnung
Vier Items mit je 0–2 Punkten (Gesamt 0–8): Gesichtsausdruck, Körperbewegungen, Muskelspannung bei passiver Bewegung, Beatmungstoleranz (intubiert) bzw. Vokalisation (extubiert). Die Beobachtung erfolgt in Ruhe und bei einer Maßnahme, z. B. Umlagerung.
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## Interpretation
- **0–2 Punkte:** unterhalb des Cut-offs für relevante Schmerzen - **> 2 Punkte:** vereinbar mit relevanten Schmerzen
## Limitationen
- Tiefe Sedierung, neuromuskuläre Blockade und Hirnschädigung können die Aussagekraft einschränken - Kann eine Person sich äußern, hat die Selbstauskunft (z. B. NRS) Vorrang
## Häufige Fragen (FAQ)
**Für wen ist das CPOT gedacht?** Für intensivmedizinische Patientinnen und Patienten, die Schmerzen nicht selbst angeben können – beatmet oder extubiert.
**Was ist der Unterschied zwischen CPOT und BPS?** Beide sind Verhaltensskalen. Die BPS ist für beatmete Personen gedacht, das CPOT hat mit der Vokalisation zusätzlich eine Variante für Extubierte.
**Ab welchem CPOT-Wert gelten Schmerzen als relevant?** In den Validierungsstudien lag der Cut-off bei mehr als 2 Punkten.
*Quelle: Gélinas C, et al. Am J Crit Care. 2006;15(4):420-427*
