Der Aldrete-Score wurde 1970 zur strukturierten Beurteilung der Erholung nach einer Anästhesie eingeführt und 1995 modifiziert, wobei die Hautfarbe durch die Sauerstoffsättigung (SpO₂) ersetzt wurde. Fünf Parameter – Aktivität, Atmung, Kreislauf, Bewusstsein und Sauerstoffsättigung – erhalten je 0–2 Punkte. Die Originalpublikation nennt einen Gesamtwert von mindestens 9 von 10 Punkten als Kriterium für die Verlegung aus dem Aufwachraum. In der Praxis wird der Score häufig durch Schmerz- und PONV-Beurteilung sowie lokale Standards ergänzt.
## Berechnung
Aktivität (4/2/0 Extremitäten bewegt), Atmung (tief durchatmen und husten / Dyspnoe / Apnoe), Kreislauf (Blutdruckabweichung ≤ 20 % / 20–49 % / ≥ 50 % vom Ausgangswert), Bewusstsein (wach / erweckbar / nicht reagierend) und SpO₂ (> 92 % unter Raumluft / O₂ nötig für > 90 % / < 90 % trotz O₂) erhalten jeweils 2, 1 oder 0 Punkte.
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## Interpretation
- **≥ 9 Punkte:** Verlegungskriterium der Originalpublikation erfüllt - **< 9 Punkte:** Kriterium nicht erfüllt
## Limitationen
- Erfasst weder Schmerzen noch Übelkeit, Blutungen oder chirurgische Komplikationen - Für ambulante Eingriffe wurde der PADSS entwickelt - Lokale Verlegungsstandards bleiben maßgeblich
## Häufige Fragen (FAQ)
**Was wurde 1995 am Aldrete-Score geändert?** Die Beurteilung der Hautfarbe wurde durch die Pulsoxymetrie (SpO₂) ersetzt, weil diese objektiver ist.
**Ab wie vielen Punkten ist eine Verlegung möglich?** Die Originalpublikation nennt mindestens 9 von 10 Punkten. Viele Kliniken ergänzen weitere Kriterien wie Schmerz und PONV.
**Was ist der Unterschied zum PADSS?** Der PADSS (Post-Anesthetic Discharge Scoring System) bewertet die Entlassungsfähigkeit nach ambulanten Eingriffen und berücksichtigt u. a. Schmerz, Übelkeit und Blutung.
*Quelle: Aldrete JA. J Clin Anesth. 1995;7(1):89-91*
