Der El-Ganzouri-Risikoindex (EGRI) wurde 1996 an über 10.000 Patientinnen und Patienten entwickelt und kombiniert sieben präoperativ erhebbare Befunde zur Vorhersage einer schwierigen direkten Laryngoskopie: Mundöffnung, thyreomentaler Abstand, Mallampati-Klasse, HWS-Beweglichkeit, Möglichkeit des Unterkiefervorschubs, Körpergewicht und schwierige Intubation in der Vorgeschichte. Der Index reicht von 0 bis 12 Punkten; ab 4 Punkten war in der Originalarbeit eine schwierige Laryngoskopie deutlich häufiger. Die Kombination mehrerer Befunde ist aussagekräftiger als ein einzelner Test wie die Mallampati-Klasse.
## Berechnung
Mundöffnung (≥ 4 cm 0, < 4 cm 1), thyreomentaler Abstand (> 6,5 cm 0, 6,0–6,5 cm 1, < 6,0 cm 2), Mallampati (I 0, II 1, III 2), HWS-Beweglichkeit (> 90° 0, 80–90° 1, < 80° 2), Prognathie (möglich 0, nicht möglich 1), Gewicht (< 90 kg 0, 90–110 kg 1, > 110 kg 2), Vorgeschichte (keine 0, fraglich 1, sicher 2).
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## Interpretation
- **0–3 Punkte:** schwierige Laryngoskopie weniger wahrscheinlich - **≥ 4 Punkte:** erhöhtes Risiko für schwierige Laryngoskopie
## Limitationen
- Validiert für die direkte Laryngoskopie, nicht für die Videolaryngoskopie - Mallampati hier in der Originalform mit drei Klassen - Kein Einzeltest schließt einen schwierigen Atemweg sicher aus
## Häufige Fragen (FAQ)
**Warum hat die Mallampati-Klasse hier nur drei Stufen?** Die Originalarbeit verwendete die ursprüngliche Mallampati-Einteilung mit drei Klassen. Die spätere Klasse IV nach Samsoon und Young wird üblicherweise der höchsten Stufe zugeordnet.
**Wie gut sagt der EGRI eine schwierige Intubation vorher?** Er ist aussagekräftiger als einzelne Tests, hat aber wie alle Atemwegsprädiktoren nur einen mäßigen positiven Vorhersagewert.
**Gilt der EGRI auch für die Videolaryngoskopie?** Er wurde für die direkte Laryngoskopie entwickelt. Für Videolaryngoskope ist die Aussagekraft nicht gesichert.
*Quelle: El-Ganzouri AR, et al. Anesth Analg. 1996;82(6):1197-1204*
