Killip-Klassifikation Rechner

    Herzinsuffizienz nach Myokardinfarkt

    📚 Quelle: Killip T, Kimball JT. Am J Cardiol. 1967

    Wichtiger Hinweis – Kein Medizinprodukt

    • Diese Anwendung richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal (Ärzt:innen, Pflegekräfte, Medizinstudierende) und dient nur als Nachschlagewerk und Dokumentationshilfe.
    • Die App ersetzt keine ärztliche Beurteilung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Konsultieren Sie stets eine qualifizierte Ärztin / einen qualifizierten Arzt, bevor Sie medizinische Entscheidungen treffen.
    • Die Inhalte fassen publizierte Leitlinien zusammen und stellen keine eigenständige Handlungsvorgabe dar.
    • Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Die App ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet.
    • Dieses Produkt ist kein zugelassenes Medizinprodukt und darf nicht als Grundlage für klinische Entscheidungen verwendet werden.

    Über den Killip-Klassifikation

    Der Killip-Klassifikation ist ein validiertes klinisches Werkzeug in der Kardiologie. Er dient zur herzinsuffizienz nach myokardinfarkt.

    Dieses Scoring-System unterstützt Ärzte, Medizinstudierende und Pflegekräfte bei der klinischen Entscheidungsfindung. Die Berechnung basiert auf etablierten medizinischen Leitlinien und wissenschaftlicher Evidenz. Quelle: Killip T, Kimball JT. Am J Cardiol. 1967.

    Der Rechner liefert eine schnelle und zuverlässige Einschätzung direkt am Patientenbett. Wie bei allen klinischen Scores ersetzt das Ergebnis nicht das ärztliche Urteil, sondern ergänzt die individuelle Befunderhebung. Bei Unsicherheiten sollte stets fachärztlicher Rat eingeholt werden.

    Ausführliche Erklärung: Killip-Klassifikation

    Was ist die Killip-Klassifikation?

    Die Killip-Klassifikation wurde 1967 von Killip und Kimball eingeführt, um den Schweregrad der Herzinsuffizienz unmittelbar nach akutem Myokardinfarkt am Krankenbett zu beurteilen. Sie basiert ausschließlich auf klinischen Befunden – keine Laborwerte oder Bildgebung erforderlich. Trotz ihres Alters bleibt sie klinisch relevant: Die Killip-Klasse ist ein unabhängiger Prädiktor der 30-Tage-Mortalität und fließt in den TIMI-STEMI-Score ein.

    Die vier Killip-Klassen

    Killip I: Keine klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz. Mortalität ca. 6%. Killip II: Leichte bis mäßige Herzinsuffizienz – Rasselgeräusche über weniger als 50% der Lungenfelder, S3-Galopp oder erhöhter Jugularvenendruck. Mortalität ca. 17%. Killip III: Schwere Herzinsuffizienz mit manifestem Lungenödem – Rasselgeräusche über mehr als 50% der Lunge. Mortalität ca. 38%. Killip IV: Kardiogener Schock – systolischer Blutdruck <90 mmHg, Oligurie, periphere Vasokonstriktion, Zyanose. Mortalität ca. 81% (historische Daten, durch moderne Therapie verbessert).

    Klinisches Fallbeispiel

    Ein 74-jähriger Patient erleidet einen akuten Vorderwand-STEMI. Bei Aufnahme Herzfrequenz 110/min, Blutdruck 85/60 mmHg, kalte Extremitäten, Urinproduktion 15 ml/h, Rasselgeräusche beidseits basal. Einstufung: Killip IV (kardiogener Schock). Konsequenz: Sofortige PCI mit mechanischer Kreislaufunterstützung (IABP oder Impella) erwägen, Katecholamintherapie, Verlegung auf Intensivstation mit invasivem hämodynamischem Monitoring.

    Klinische Bedeutung heute

    Die historischen Mortalitätszahlen (6–81%) stammen aus der Prä-Reperfusions-Ära. Durch moderne Akuttherapie (primäre PCI, IABP, Impella, ECMO) ist die Mortalität bei Killip IV auf ca. 40–50% gesunken – bleibt aber hoch. Die Killip-Klasse leitet die initiale Überwachungsintensität: Killip I auf Normalstation, Killip II–III auf IMC/ICU, Killip IV auf ICU mit invasivem Monitoring. Sie ist Teil des TIMI-STEMI-Scores (Killip II–IV ergibt 2 Punkte) und beeinflusst damit das Gesamtrisikoprofil.

    Quellenangaben – Killip-Klassifikation

    Wissenschaftliche Originalquelle

    • Killip T, Kimball JT. Treatment of myocardial infarction in a coronary care unit: a two year experience with 250 patients. Am J Cardiol. 1967;20(4):457-464.

    Letzte fachliche Prüfung: August 2026 · Basierend auf offiziellen Leitlinien führender Fachgesellschaften

    Die hier dargestellten Inhalte basieren auf den oben genannten wissenschaftlichen Publikationen und Leitlinien. Sie dienen ausschließlich zu Informations- und Ausbildungszwecken und ersetzen keine ärztliche Beurteilung.

    Häufige Fragen zum Killip-Klassifikation

    Wofür wird der Killip-Klassifikation verwendet?

    Der Killip-Klassifikation wird klinisch für herzinsuffizienz bei myokardinfarkt verwendet. Er ist ein evidenzbasiertes Bewertungsinstrument, das Ärzten bei der Risikostratifizierung und Therapieentscheidung hilft.

    Wie interpretiert man den Killip-Klassifikation?

    Die Killip-Klassifikation bewertet den Schweregrad der Herzinsuffizienz bei akutem Myokardinfarkt. Klasse I: keine Herzinsuffizienzzeichen, Mortalität ca. 6%. Klasse II: Lungenstauung mit Rasselgeräuschen über <50% der Lunge, S3-Galopp, erhöhter Jugularvenendruck, Mortalität ca.

    Welche Limitationen hat der Killip-Klassifikation?

    Der Killip-Klassifikation ist ein unterstützendes Werkzeug und ersetzt nicht die individuelle klinische Beurteilung. Die Validierung kann für bestimmte Patientengruppen eingeschränkt sein. Es sollten stets alle relevanten klinischen Informationen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Bei Unsicherheiten ist eine fachärztliche Konsultation empfohlen.

    Version 1.0Letzte Aktualisierung: Dezember 2025. Grundlage: ESC-Leitlinie STEMI 2017

    Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025
    Quellen: Killip T, Kimball JT. Am J Cardiol. 1967
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