Neer-Klassifikation

    Proximale Humerusfraktur

    Orthopädie & Unfallchirurgie

    Wofür wird sie verwendet?

    Einteilung der proximalen Humerusfraktur nach der Zahl dislozierter Hauptfragmente. Grundlage sind vier Segmente: Humeruskopf, Tuberculum majus, Tuberculum minus und Schaft.

    Grundprinzip der Part-Einteilung

    1-Part

    Kein Fragment relevant disloziert – unabhängig von der Zahl der Frakturlinien.

    2-Part

    Ein Segment ist relevant disloziert (z. B. isolierte Tuberculum-majus-Fraktur oder chirurgische Halsfraktur).

    3-Part

    Zwei Segmente sind relevant disloziert, meist Schaft plus ein Tuberculum.

    4-Part

    Alle vier Segmente sind relevant disloziert; erhöhtes Risiko für Kopfnekrose.

    Hinweis zur Version / Uneindeutigkeit

    Als „disloziert“ gelten klassisch eine Verschiebung > 1 cm oder eine Abkippung > 45°; die Interobserver-Reliabilität ist eingeschränkt.

    Merke

    Nicht die Zahl der Frakturlinien zählt, sondern die Zahl der dislozierten Segmente.

    Quellen

    • Neer CS. Displaced proximal humeral fractures. I. Classification and evaluation. J Bone Joint Surg Am. 1970;52(6):1077-1089.
    • Majed A, et al. Proximal humeral fracture classification systems revisited. J Shoulder Elbow Surg. 2011;20(7):1125-1132.

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