Rutherford-Klassifikation (akut)

    Akute Extremitätenischämie

    Angiologie / Gefäßmedizin

    Wofür wird sie verwendet?

    Einteilung der akuten Extremitätenischämie nach Sensibilität, Motorik und Dopplersignal. Sie strukturiert die Dringlichkeitseinschätzung.

    Einteilung

    I – viable

    Extremität nicht unmittelbar bedroht; keine Sensibilitäts- oder Motorikstörung, arterielles und venöses Dopplersignal vorhanden.

    IIa – marginally threatened

    Bei rascher Behandlung erhaltbar; minimaler Sensibilitätsverlust (Zehen), keine Muskelschwäche, arterielles Dopplersignal oft nicht ableitbar.

    IIb – immediately threatened

    Nur bei sofortiger Revaskularisation erhaltbar; Sensibilitätsverlust über die Zehen hinaus, Ruheschmerz, leichte bis mäßige Muskelschwäche.

    III – irreversible

    Irreversibler Schaden: ausgeprägter Sensibilitäts- und Motorikverlust (Paralyse), kein arterielles und venöses Dopplersignal.

    Klinische Bedeutung

    Die Kategorie beeinflusst die Dringlichkeit der gefäßchirurgischen Vorstellung; Stadium IIb gilt als zeitkritisch.

    Merke

    Motorik entscheidet: erhaltene Motorik = IIa, Schwäche = IIb, Paralyse mit fehlendem venösem Signal = III.

    Quellen

    • Rutherford RB, et al. Recommended standards for reports dealing with lower extremity ischemia: revised version. J Vasc Surg. 1997;26(3):517-538.
    • Björck M, et al. ESVS 2020 Clinical Practice Guidelines on the Management of Acute Limb Ischaemia. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2020;59(2):173-218.

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