HEART-Score Rechner

    Risikostratifizierung bei akutem Brustschmerz

    📚 Quelle: Six AJ, et al. Neth Heart J. 2008;16(6):191-196

    Wichtiger Hinweis – Kein Medizinprodukt

    • Diese Anwendung richtet sich ausschließlich an medizinisches Fachpersonal (Ärzt:innen, Pflegekräfte, Medizinstudierende) und dient nur als Nachschlagewerk und Dokumentationshilfe.
    • Die App ersetzt keine ärztliche Beurteilung, Diagnose oder Therapieentscheidung. Konsultieren Sie stets eine qualifizierte Ärztin / einen qualifizierten Arzt, bevor Sie medizinische Entscheidungen treffen.
    • Die Inhalte fassen publizierte Leitlinien zusammen und stellen keine eigenständige Handlungsvorgabe dar.
    • Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Die App ist nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet.
    • Dieses Produkt ist kein zugelassenes Medizinprodukt und darf nicht als Grundlage für klinische Entscheidungen verwendet werden.

    Über den HEART-Score

    Der HEART-Score ist ein effizientes Werkzeug zur Risikostratifizierung von Patienten mit akutem Brustschmerz in der Notaufnahme. Er hilft, Patienten mit niedrigem Risiko für ein akutes Koronarsyndrom sicher zu identifizieren.

    Die fünf Kriterien sind: History (Anamnese), EKG, Alter, Risikofaktoren und Troponin. Jedes Kriterium wird mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet, was eine Gesamtpunktzahl von 0-10 ergibt.

    Bei einem Score von 0-3 ist das 6-Wochen-Risiko für MACE (Major Adverse Cardiac Events) unter 2%, und eine ambulante Abklärung ist oft vertretbar. Scores von 4-6 erfordern eine stationäre Überwachung und weitere Diagnostik. Bei Scores ≥7 besteht ein hohes Risiko, das eine sofortige invasive Abklärung rechtfertigt.

    Ausführliche Erklärung: HEART-Score

    Was ist der HEART-Score?

    Der HEART-Score wurde 2008 von Backus et al. speziell für die Notaufnahme entwickelt, um Patienten mit akutem Brustschmerz schnell und zuverlässig zu stratifizieren. Sein zentraler klinischer Wert liegt in der sicheren Identifikation von Low-Risk-Patienten, die ohne stationäre Aufnahme entlassen werden können. In Validierungsstudien mit über 10.000 Patienten zeigte sich eine MACE-Rate von nur 1,7% bei Score 0–3 – ein klinisch akzeptables Risiko für die ambulante Weiterbehandlung.

    Die fünf Komponenten

    Jede Komponente wird mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet: History – wie typisch ist die Anamnese für ACS (0 = unspezifisch, 2 = hochverdächtig). EKG – normal (0), unspezifische Veränderungen (1), signifikante ST-Veränderungen (2). Age – unter 45 (0), 45–64 (1), ≥65 (2). Risk factors – keine (0), 1–2 (1), ≥3 oder bekannte Atherosklerose (2). Troponin – normal (0), 1–3× obere Norm (1), >3× (2). Der Gesamtscore reicht von 0–10.

    Therapieentscheidung nach HEART-Score

    Score 0–3: Niedriges Risiko. Entlassung mit ambulanter Nachkontrolle beim Hausarzt oder Kardiologen vertretbar. Score 4–6: Intermediäres Risiko. Stationäre Aufnahme, serielle Troponin-Kontrollen und nicht-invasive Ischämiediagnostik empfohlen. Score 7–10: Hohes Risiko. Sofortige invasive Koronardiagnostik indiziert. Entscheidend: Der HEART-Score darf nicht isoliert verwendet werden – klinischer Gesamteindruck, EKG-Dynamik und Troponin-Verlauf sind immer mitzuberücksichtigen.

    Fallbeispiel aus der Notaufnahme

    Ein 52-jähriger Raucher mit Hypertonie kommt mit retrosternalem Druckgefühl seit 2 Stunden. EKG zeigt unspezifische T-Wellen-Veränderungen in V3–V4. Troponin bei Aufnahme normal. History: mäßig verdächtig (1). EKG: unspezifisch (1). Alter 45–64 (1). Risikofaktoren: 2 (1). Troponin: normal (0). HEART-Score = 4. Entscheidung: stationäre Aufnahme mit Troponin-Kontrolle nach 3 Stunden und ggf. Belastungstest am Folgetag.

    Abgrenzung zu anderen Scores

    Im Vergleich zum TIMI-Score (nur ACS-Patienten) erfasst der HEART-Score das gesamte Spektrum von Brustschmerzpatienten in der Notaufnahme – einschließlich solcher mit niedriger Vortestwahrscheinlichkeit. Er ist damit besser geeignet für die initiale Triage. Limitationen: subjektive Bewertung der Anamnese, keine Validierung bei Patienten unter 21 Jahren, und die Troponin-Schwellenwerte variieren je nach verwendetem Assay (konventionell vs. hochsensitiv).

    Quellenangaben – HEART-Score

    Wissenschaftliche Originalquelle

    • Six AJ, Backus BE, Kelder JC. Chest pain in the emergency room: value of the HEART score. Neth Heart J. 2008;16(6):191-196.

    Aktuelle Leitlinie

    Letzte fachliche Prüfung: August 2026 · Basierend auf offiziellen Leitlinien führender Fachgesellschaften

    Die hier dargestellten Inhalte basieren auf den oben genannten wissenschaftlichen Publikationen und Leitlinien. Sie dienen ausschließlich zu Informations- und Ausbildungszwecken und ersetzen keine ärztliche Beurteilung.

    Häufige Fragen zum HEART-Score

    Wofür wird der HEART-Score verwendet?

    Der HEART-Score wird klinisch für brustschmerz in der notaufnahme verwendet. Er ist ein evidenzbasiertes Bewertungsinstrument, das Ärzten bei der Risikostratifizierung und Therapieentscheidung hilft.

    Wie interpretiert man den HEART-Score?

    Der HEART-Score dient der Risikostratifizierung bei akutem Brustschmerz in der Notaufnahme. Fünf Komponenten werden bewertet: History (Anamnese 0-2), EKG (0-2), Age (Alter 0-2), Risk factors (0-2) und Troponin (0-2). Score 0-3 bedeutet niedriges Risiko (1.7% MACE-Rate), Entlassung mit ambulanter Abklärung möglich.

    Welche Limitationen hat der HEART-Score?

    Der HEART-Score ist ein unterstützendes Werkzeug und ersetzt nicht die individuelle klinische Beurteilung. Die Validierung kann für bestimmte Patientengruppen eingeschränkt sein. Es sollten stets alle relevanten klinischen Informationen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Bei Unsicherheiten ist eine fachärztliche Konsultation empfohlen.

    Version 1.0Letzte Aktualisierung: Dezember 2025. Grundlage: Basierend auf gängigen klinischen Empfehlungen

    Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025
    Quellen: Six AJ, et al. Neth Heart J. 2008;16(6):191-196
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