Der altersadjustierte D-Dimer-Grenzwert verbessert die diagnostische Spezifität des D-Dimer-Tests bei älteren Patienten zum Ausschluss venöser Thromboembolien (Lungenembolie, tiefe Beinvenenthrombose). Bei Patienten über 50 Jahren steigt der D-Dimer-Spiegel physiologisch an, was zu häufig falsch-positiven Ergebnissen führt. Formel: adjustierter Grenzwert = Alter × 10 µg/L (FEU) statt des festen Grenzwerts von 500 µg/L. Die ADJUST-PE-Studie zeigte, dass dieser Ansatz die Anzahl unnötiger CT-Angiographien um ca. 30% reduziert, ohne die Sensitivität zu beeinträchtigen. Der Test ist nur bei niedriger bis intermediärer klinischer Vortestwahrscheinlichkeit (z.B. Wells-Score) anwendbar.
Wann sollte dieser Score verwendet werden? Der Altersadjustierter D-Dimer-Cutoff unterstützt klinische Entscheidungen, ersetzt jedoch nicht die individuelle ärztliche Beurteilung. Die Interpretation sollte immer im klinischen Kontext erfolgen.